Interviews:

19. Juni 2011 - Interview zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 (TM) in Deutschland:

Ihr habt jetzt schon einige Lehrgänge hinter euch.
Welcher war für dich der härteste?

Natürlich war unser berühmter Konditionslehrgang in Köln sehr anstrengend und hart. Im Grunde hatten es aber alle Lehrgänge in sich. Aber jetzt sind wir topfit.

Welcher Lehrgang hat am meisten Spaß gemacht?
Jeder Lehrgang hatte einen anderen Schwerpunkt, so dass uns nie langweilig werden konnte.
Ich kann hier keinen speziell herausheben.

WM im eigenen Land. Was bedeutet das für Dich?
Eine WM im eigenen Land zu spielen ist das allergrößte für einen Sportler. Ich freue mich riesig auf die nächsten Wochen hier in Deutschland. Schon während der Lehrgänge und bei den Testspielen haben wir spüren können, welch große Begeisterung und Vorfreude bei den Fans vorhanden ist. Ich bin einfach nur glücklich ein Teil der Mannschaft zu sein und möchte jeden Tag genießen.

Es sind jetzt nur noch wenige Tage bis zum Eröffnunsspiel
in Berlin. Freust Du Dich schon oder bist du nervös?

Wir hatten eine lange Vorbereitung und jetzt sind wir total heiß auf die WM. Wir freuen uns riesig am Dienstag nach Berlin zu reisen und am Sonntag in einem ausverkauften Berliner Olympiastadion das Eröffnungsspiel zu bestreiten. Ich kann es mir eigentlich noch gar nicht richtig vorstellen vor 75.000 Zuschauern zu spielen. Sicher steigt da auch ein wenig die Nervosität, aber die Vorfreude überwiegt natürlich. Das wird einfach nur fantastisch :-).

Auf welche Begegnung freust du dich am meisten?
Natürlich auf das Eröffnungsspiel in Berlin, aber auch auf das Gruppenspiel in Frankfurt gegen Nigeria. Frankfurt hat einfach ein super schönes Stadion und ist zudem meine Heimat.

Glaubst du, die Begeisterung der Menschen wird genauso sein, wie beim "Sommermärchen 2006" im eigenen Land?
Ich denke nicht, dass wir die Männer-WM mit unserer vergleichen können, aber das wollen wir auch gar nicht. Unsere WM wird ihren eigenen Charakter und Charme bekommen und die Leute hier im Land begeistern.

Mit wem wirst du dir ein Zimmer teilen?
Seit den Olympischen Spielen 2008 ist Simone Laudehr meine Zimmerpartnerin. Wir verstehen uns super!

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1. FFC Frankfurt, Nationalmannschaft, Studium.
Wie oft hast Du dir schon gesagt"für mich muss der Tag
48 Std. haben"?

Das kommt schon mal vor, besonders, wenn man sich mit seinen Freunden treffen will. Ansonsten krieg ich das alles schon einigermaßen unter einen Hut - alles eine Sache der Gewohnheit.

An was denkst Du 5 Min. vor einem Spiel?
An nichts Bestimmtes. Ich versuche mich zu konzentrieren um ein gutes Spiel zu machen.

Auf was freust du Dich am meisten nach einem Spiel?
Bei den Heimspielen auf meine Familie und Freunde, die fast immer unter den Zuschauern sind.
Bei den Auswärtsspielen aufs Essen :-) ! Oder auf ein kaltes Spezi !

Wie bist Du zum Fußballspielen gekommen?
Durch meinen Vater, da er früher selbst aktiv gespielt hat. Außerdem hatte ich in meiner Kindheit nur Jungs in meiner Nachbarschaft, die mich immer zum "Kicken" abgeholt haben.

Wie kam es, dass Du mal mit dem Fußball aufgehört hast und zum Tennis gewechselt bist?
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt einfach nicht mehr so viel Lust auf Fußball. Als meine ältere Schwester dann mit Tennis anfing, dachten meine Zwillingsschwester und ich, dass wir das doch auch mal ausprobieren können. Also habe ich mit 10 Jahren angefangen Tennis zu spielen. Diese 3 Jahre haben mir auch sehr viel Spaß gemacht, aber irgendwann war die Sehnsucht nach dem Fußball wieder so groß, so dass ich zum FSV Frankfurt gegangen bin.

Hast Du jemals daran gedacht, dass Du mal erfolgreich bist und in der Natio spielst?
Ich glaube jeder träumt davon mal in der Nationalmannschaft zu spielen, gerade, wenn man noch ein junges Mädchen ist und viele Vorbilder im eigenen Verein hat, die alle dort erfolgreich spielen. So war es zumindest damals bei mir und dem FSV Frankfurt.

Gab es irgendwann mal einen Moment, in dem Du es bereut hast, Fußball zu spielen?
Nein.

Hat Deine Familie immer hinter Dir gestanden und Dich unterstützt?
Meine Familie hat mich von Anfang an voll und ganz unterstützt. Sie sind wohl alle meine größten Fans.

Wer kann Dich am besten aufbauen, wenn Du verletzungsbedingt ausfällst?
Meine Familie und Freunde natürlich.

Vor was ekelst Du Dich am meisten?
Spinnen finde ich nun wirklich nicht sehr toll, vor allem wenn sie groß und behaart sind.

Wie verstehst Du Dich mit Deinen Geschwistern?
Einfach nur super. Wir sind ein eingespieltes Trio.

Familie bedeutet für Dich?
Alles. Meine Familie ist das Wichtigste für mich!

Deine erste große Liebe....
Eine Sandkastenliebe :-). Das war bestimmt ein Junge aus der Nachbarschaft. Ich habe mich damals mit allen einfach super verstanden. Wir waren eine eingeschworene Clique.

Welche Musik hörst Du gerne?
Gemischt, ein bisschen rockiger sollte es schon sein!

Was ist Dein Lieblingsfilm?
Ich habe viele Filme, die ich mag, da ich sehr gerne ins Kino gehe. U.a. Seite an Seite, In den Schuhen meiner Schwester, Alfi, Hautnah u.v.m.

Hast Du ein Lebensmotto oder einen Spruch?
Nicht wirklich! Diese standardisierten Sprüche finde ich doof. Ich möchte einfach glücklich, gesund und zufrieden sein.

 
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Saskia Bartusiak & Ines Gläsel